Wo kann ich einen Pavia kaufen? Dies ist die neueste Mode

Montag, 4 Mai, 2015
 
“Mutti, Mutti! Können wir dieses Vögelchen kaufen? In der Schule wird gesagt, dass sie sprechen lernen und dass sie sehr lustig sind!” So bedrängen viele Kinder ihre Mütter. “Hunde und Katzen sind mir zu konventionell. Ich mag lieber meine Phyton-Schlange, sie ist viel aufregenderer und eleganter”! So reden viele Halter exotischer Reptilien. “Schau, er ist wie ein kleines Kind. Sieht dir mal seine Händchen an! Und dabei habe ich ihn sogar für  einen Schnäppchen-Preis bekommen.” Dies könnte der Käufer eines kleinen Affens seinen Gästen gegenüber äussern.
 
Der Kauf von neuen, exotischen Haustieren ist eine Mode, die sich bis in die letzten Winkel der “Ersten Welt” hinzieht. Es ist eben “in”, zuhause einen wundervoll gefärbten Papagei zu haben, ein Krokodil – so gross wie möglich natürlich –oder ein Äffchen, dass lustige Spiele lernt.
 
Was dabei allzuoft vergessen wird  ist, dass der unverantwortliche Kauf eines solchen Tieres uns nicht selten zum Unterstützer eines illegalen Marktes werden lässt. Zum Unterstützer und Komplizen des internationalen illegalen Handels mit Tieren, für den Wildtiere nur eine Ware sind, mit deren Verkauf man möglichst viel Profit machen will.
Irgendwann merken wir dann, dass wir einen grossen Fehler begangen haben, diese Tiere mit ins Haus zu nehmen. Das passiert spätestens dann, wenn der Papagei nicht mehr als schön, sondern als lästig empfunden wird, weil die Nachbarn wegen Lärmbelästigung mit Anzeige drohen. Auch, wenn die Riesenschlange auf einmal eine Bedrohung für unsere kleinen Kinder darstellt. Oder dann, wenn uns der Affe gebissen hat und wir fürchten, er könnte uns irgendeine Tropenkrankheit übertragen haben.
 
Wir müssen erst einmal Angst bekommen, um zu merken, dass wir uns geirrt haben. Oder geben wir dem Tier die Schuld? Traurigerweise ist es oft so, anstatt dass wir vor uns selber zugeben, dass wir nicht in der Lage waren, das Tier artgerecht zu pflegen und ihm das zu geben, was es braucht. Im Gegenteil, wir wollten das Tier in etwas verwandeln, was es nicht ist und nicht sein kann.
 
Sobald also ein Tier zur Last wird, kommt es oft vor, dass seine Eigentümer beschliessen, es  in der Natur auszusetzen. Dies hat dazu beigetragen, dass das Konzept der “invasiven Art” entstand, also eines Tieres (oder einer Pflanze) das auf mehr oder weniger schnelle Weise neue Lebensräume “erobert”, in denen es vorher nicht anwesend war und dabei einheimische Arten vedrängt. Beispiele dafür sind verschiedene Sittich-Arten, Schmuckschildkröten oder der Waschbär.  
 
Zum Glück beschliessen aber auch immer mehr Menschen, wenn sie Probleme mit exotischen Haustieren haben, diese einem Zoo oder Tierheim zu überlassen, wo sie sicher sind, dass sie richtig geflegt werden und mit Artgenossen zusammenkommen. Manchmal werden diese Tiere in bedauernswertem Zustand eingeliefert, was zeigt, wie wenig ihre Besitzer über ihre wahren Bedürfnisse informiert waren. Unser Team aus Tierärzten und Spezialisten sorgt dann dafür, dass die Tiere wieder gesund werden. 
 
Wir vom Oasis Park befürworten nur den sorgfältig geplanten Kauf eines exotischen Tieres, was heisst, dass man sich vorher ganz genau über die Haltebedingungen informieren muss (Ernährung, Temperatur und Feuchtigkeit, mögliche UV-Strahler, Bewegungsmöglichkeiten…) Wir finden es Tausend Mal besser, weniger Tiere zu zeigen als dass wir mehr Tiere haben, die aber durch die genannten Umstände zu uns gekommen sind. Wir sollten alle daran arbeiten, dass die Zahl der abgegebenen oder noch schlimmer der ausgesetzten Tiere drastisch gesenkt wird.
 
Wenn Sie wirklich ein exotisches Tier besitzen möchten und meinen, alles bieten zu können, was es für sein Wohlbefinden braucht, entscheiden Sie sich doch für eine Adoption und nicht für einen Neukauf! Wir danken für Ihre Mithilfe.