Émolo macht Fortschritte. Sie zeigt uns schon von selbst ihren Fuss.

Dienstag, 5 Juli, 2016
 
Die Giraffe Emolo hat an einem Bein eine chronische Krankheit, die ihre Bewegungsmöglichkeiten etwas einschränken. Aus Sicherheitsgründen absolviert sie ihr tägliches Training in einem eigens für sie reservierten Teil des Geheges.
 
Jetzt zeigt sie uns schon freiwillig ihr Bein. Hundebesitzer sind mit solch einem Verhalten vertraut; bei Giraffen ist es aber etwas ungewöhnlich. Emolo aber wurde diese Geste nicht beigebracht, sondern sie ist ein spontaner Beitrag von ihr, ein grosser Fortschritt auf dem Weg der Besserung. Die Giraffe ist 14 Jahre alt und wurde mit einer genetisch bedingten Verformung eines ihrer Beine geboren. Deshalb bekommt sie jeden Tag bis zu dreimal den Besuch ihres Pflegers und Trainers, Miguel Ángel Valdés, ein echter Tier-Begeisteter. Er möchte seinen Teil dazu beitragen, dass Émolo so schnell wie möglich einen orthopädischen Stiefel erhält, der ihr die bestmögliche Lebensqualität garantiert. Aber bis dahin ist noch ein weiter Weg zurückzulegen.
 
 
Die Beziehung zwischen Tier und Pfleger ist sehr wichtig
Die Giraffenfamilie ist stetig gewachsen. Die Jungen zwingen die Alten, sich mehr zu bewegen. Auserdem wollen sie Milch – sogar noch nach den üblichen 9 Monaten Stillzeit. Dies beeinträchtigt die Ruhe und Harmonie, die Émolo jetzt braucht. Eine jähe Bewegung oder gar ein Fall beinhaltet ein grosses Risiko für das Tier.
 
Tägliches Training für ihr Wohlbefinden
Um einer Verletzung vorzubeugen, wird täglich trainiert. Durch diese Routine bekommt die Giraffe mehr Selbstvertrauen. Miguel Ángel wird es schaffen: er ist sicher, dass sich Émolo bald an einen kleineren Platz gewöhnen wird, wo die tierärztlichen Behandlungen gemacht werden können. Eine davon ist das Abfeilen ihres Hufs. Das tragbare Röntgengerät, über das wir in Oasis Park Fuerteventura verfügen, ist sehr wichtig, um ihren Zustand zu überprüfen, damit die Pfleger ständig die beste Therapie bieten können. Die Tierärzte des Parks schliessen aber völlig aus, das Tier zu betäuben, denn dabei beginnt das Risiko schon vor der Betäubung: eine Giraffe hinzulegen bedeutet eventuelle Knochenbrüche und Schlimmeres. Giraffen sind nämlich fast immer auf den Beinen und schlafen sogar meist so. 
 
Die kleine Ana María, ein Erfolgsbeispiel
Die kleine Giraffe Ana Maria, elf Monate alt, freut sich jeden Tag um 08:30 Uhr auf ihren Pfleger Miguel Ángel. Ihre Entwicklung im Park macht uns deutlich, wie wichtig das tägliche Training ist. Desto intensiver der Kontakt mit Menschen ist, umso geringer ist die Unsicherheit oder Angst vor ihnen, die die Tiere zeigen. Wenn diese Verbindung von klein auf geschaffen wird, haben die Tiere nicht nur weniger Angst vor den Besuchern, sondern lassen sich gegebenenfalls helfen. Ein Beispiel dafür ist die Blutabnahme für Analysen: die Giraffe bleibt ruhig stehen und lässt alles geschehen, was die Arbeit der Tierärzte enorm erleichtert. Diese kleinen Fortschritte machen uns sehr glücklich.
 
Emolo’s Glück
Ungarn. Aus einem Tierpark dieses Landes kommt unsere geliebte Émolo. Oasis Park Fuerteventura ist seit 2004 ihre Heimat; das warme Klima unserer Insel ist zweifellos für ihre Genesung sehr vorteilhaft. Sie hatte das Glück, in einen der Parks zu kommen, der die besten Ergebnisse im Training von Giraffen aufzuweisen hat (es gibt nur drei Tierparks mit Giraffen in Spanien und unserer ist laut Aussagen der Pfleger-Vereinigung der beste von ihnen). Ausserdem hält Oasis Park Fuerteventura eine der grössten Giraffen-Herden in Europa. Dieses Jahr hat sie bereits 14 Mitglieder!
 
Täglich Nachrichten aus ihrem Leben
Émolo und Ana Maria sind bekannte und beliebte Tiere im Park. Deshalb sind sie auch öfters der Inhalt und die Seele unserer Vorträge und Referate. Die beiden Giraffen begrüssen täglich unsere Besucher, und um 11:30 Uhr wird über sie gesprochen. Ana Maria macht riesige Fortschritte, und bei Émolo besteht die Hoffnung, dass sie sich bald wie die anderen Giraffen in der Herde bewegen kann. Wir wünschen ihr alles Gute und viel Glück.